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Johannes Richter

ELECTRIC WOW / 27.07.2026.

Test: Hyundai Ioniq 6 N - Schnellster beim Billa

Posted by: Johannes Richter

Dezent und unauffällig war er ja noch nie, aber nach dem Facelift kommt der Hyundai Ioniq 6 N jetzt noch markanter und aggressiver daher.

Ein riesiger Spoiler, der zum Picknick einlädt, ringsum Aerodynamik-Elemente, die eines klar machen, hier stehen Rundenzeiten im Fokus. Umso überraschender kommt es, wenn man die konsequent auf Sport getrimmte Limousine im Alltag im „Normal“-Modus bewegt. Denn dann ist er ein komfortabler sparsamer Begleiter für alle Lebenslagen. Nur das Parkhaus sollte nicht zu eng sein, dann kommt die Angst die Felgen oder Spoiler zu verkratzen. Zum Glück ist der Knopf für die 360-Grad-Kamera sehr prominent angebracht, dann ist auch das Rangieren auf engem Raum keine Hürde mehr.

Turnschuhe am Bolzplatz

Der Ioniq 6 N ist keine normale aufgehübschte Businesslimousine. Er ist ein richtiger Sportwagen für die Rennstrecke, der zufällig auch im Alltag gut zurechtkommt. Die Batteriekonditionierung für maximale Leistung wird niemand am Weg zum Billa jemals nutzen. Wer jedoch regelmäßig seine Zeit auf Rennstrecken verbringt, der weiß zu schätzen, dass es einen Drag-Modus und einen Track-Modus für die Batterie gibt. Die sind entweder auf kurzzeitig maximale Leistung oder hohe Dauerleistung ausgelegt. Wer einen guten Freund im Reifenhandel hat, der freut sich über den Drift-Assistenten. Dieser lässt kontrollierte Drifts mit vorher einstellbarer Intensität zu. Das System greift ein, wenn der Winkel zu stark wird. Bei Stufe zehn sollte dann aber die Querfahr-Schule abgeschlossen sein, dann reguliert das System nicht mehr mit. Achtung, das Handy hierfür vorher aus der Ladeschale nehmen.

Emotion und Kontrolle

Elektroautos wurden von Benzinbrüdern immer als emotionslos bezeichnet und vielen fehlte die Kontrolle. Seit der ersten Generation der N-Modelle von Ioniq 5 und 6 sind dies Themen aus der Vergangenheit. Denn dieser Sportler lässt schalten und brummen ganz wie früher. Selbst ans Abwürgen haben die Ingenieure gedacht. Im Innenraum gibt’s viele Knöpfe, die die Bedienung erleichtern. Nur, dass die Fensterheber nun in der Mittelkonsole sitzen, braucht Gewöhnung. 

Hyundai

Ioniq 6 N

Leistung | Dauerleistung

650 PS (478 kW) | 159 kW

Drehmoment | Gewicht

770 Nm | 2.194 kg

0–100 km/h | Vmax

3,3 s | 257 km/h

Reichweite | Antrieb

487 km | Allrad

Ø-Verbrauch | Batterie

18,7 kWh/100 km | 84 kWh

Laden AC

11 kW, 7,35 h (0–100 %)

Laden DC

260 kW, 18 min (10–80 %)

Kofferraum | Zuladung

401 l | 469 kg

Basispreis | NoVA

77.490 € (64.575 exkl.) | 0 %

  • Das gefällt uns: Alltagstaugliche Rennmaschine
  • Das vermissen wir: das dezenete Auftreten
  • Die Alternativen: Mercedes AMG CLA 45 4Matic+