ELECTRIC WOW / 18.10.2026.
Hyundai 6 N Line im Test: Korea-Haifisch
In Österreich belegt Hyundai Platz 7 bei den Neuzulassungen, wenn man den Zeitraum von Jänner bis September 2026 betrachtet. Ein Modell wie der Ioniq 6 trägt zu diesem Erfolg weniger bei als etwa ein Tucson. Die radikal coupéhaft gestaltete Limousine ist nichts für die Masse – wobei sie im Alltag durchaus Spaß macht.
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Wenig Kofferraum auf fast fünf Metern
Der erste Wurf war ein wenig verwegen, das muss man zugeben. Doch nach dem Facelift und nicht zuletzt in der neuen Variante N Line sieht das stattliche Fahrzeug – es nähert sich fünf Metern Außenlänge – um einiges schnittiger aus. Ein Nachteil, der bleibt: Das Kofferraumvolumen ist eher mickrig, das Abteil zwar tief aber nicht wirklich günstig geformt, und in der gefahrenen Allradversion ist auch das vordere Gepäckabteil nur für Kleinzeug geeignet.
Hochwertig fühlt sich das Leben an Bord an, für Sportflair sorgen Details, die an die bärenstarke N-Variante erinnern. Bestimmte Kunststoffe, die an manchen Stellen überraschen, weisen auf den Umweltgedanken dahinter hin: Hyundai spricht von Bio-Lack aus Pflanzenölen, Bio-TPO-Verkleidungen, Teppich aus recycelten Fischernetzen und vielem mehr. Ob man diese Argumente als Ioniq-6-Pilot am Stammtisch vorbringen möchte, ist die andere Frage.
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One-Pedal-Drive als Add-on in jedem Rekuperationsmodus
Egal, denn das Fahrgefühl ist hervorragend! Ein harmonisches Fahrwerk, eine satte Straßenlage und eine angenehme Lenkung (könnte gern etwas direkter sein) lassen einen die Autonomie der 84-kWh-Batterie freudig auskosten. Während man im Stadtverkehr locker auf 14,5 kWh Verbrauch kommt, sind es im Schnitt dann doch 17,5 kWh. Bis 500 Kilometer Reichweite sind so realistisch möglich. Womit Hyundai immer wieder erfreut, sind die ideal abgestuften Rekuperationsstufen, die per Paddles jederzeit spontan geändert werden können. Mega: One-Pedal-Drive ist in jeder Stufe möglich. Das heißt: Auch bei null Rekuperation mit möglichst freiem Rollen bleibt das Auto am Ende stehen. Viele andere Autos würden dann – wie von Verbrennern mit Automatik gewohnt – mit etwa 6 km/h weiterrollen. Schade bei den Fahrmodi (Eco, Sport, Snow etc.): Der letztverwendete Modus wird nicht gemerkt, man muss ihn jedes Mal neu aktivieren. Einparken in engen Lücken quittiert er sowohl mit hinteren und vorderen Notbremsungen (triggert Alarmmechanismen im Körper) als auch mit Warnungen vor dem Verkehr von hinten. Noch dazu lässt das Auto einen erst nach einer kurzen Pause weiter rangieren. Hallo Hyundai, so läuft das Stadtleben! Schön: Hyundai nervt nicht mit ständig freien Panoramadächern, sondern verbaut ein Schiebedach, das sich öffnen lässt und ein dunkles, sehr hochwertiges Rollo besitzt.
Muss man es noch erwähnen? Beim Ioniq 6 dauern die Ladepausen dank 800-Volt-Plattform nur sehr kurz. Hyundai zählt zu den Vorreitern beim richtig schnellen Laden. Auch wenn manch China-Marke hier gerade abhebt.
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Datenkasten
| Hyundai | Ioniq 6 N Line 4WD |
| Systemleistung | 325 PS (239 kW) |
| Drehmoment | 255 (v.) + 350 (h.) Nm |
| 0-100 km/h | Vmax | 5,1 s | 185 km/h |
| Getriebe | Antrieb | 1-Gang aut. | Allrad |
| Reichweite | Batterie | 570 km (WLTP) | 84 kWh |
| Ø-Verbrauch (WLTP) | 15,9 kWh/100 km |
| Laden AC | 11 kW, 7:35 (0-100 %) |
| Laden DC | 260 kW, 18 min (10-80 %) |
| Kofferraum | 401 + 14,5 l |
| Länge | Breite| Höhe | 4935 | 1880 | 1495 mm |
| Basispreis | NoVA | 64.490 € (inkl.) | 0 % |