ELECTRIC WOW / 07.11.2026.
Langstrecke im Renault Twingo: Lerne deine Heimat kennen!
Posted by: Mag. Heinz Müller
Renault Twingo E-Tech Electric Techno 80 PS Urban Range: Das sind 47 Buchstaben oder Zahlen, mit Leerzeichen sogar 55 in der Bezeichnung des 379 Zentimeter langen Testfahrzeugs. Entspricht 6,89 Zentimeter Auto für jedes Zeichen – und ist vermutlich Weltrekord!
Das zeigt: Bei langen Bezeichnungen für kurze Autos kann Renault niemand was vormachen. Und allein das Anhängsel „Urban Range“ zeigt, wo das Habitat des schnuckeligen Twingo ist: in der Stadt, weil so viel ist aus dem Lateinunterricht auch nach mehr als 40 Jahren noch hängengeblieben. Urbs, urbis…
Bisherige Erfahrungen mit etwa 80 kWh gesammelt
Da fühlt er sich am wohlsten, der kleine Franzose, der in Slowenien gebaut wird. Einige slowenische Ortstafeln stehen seit einigen Jahren auch dort, wohin wir den Twingo eines späten Freitagnachmittags entführt haben: ins Gebiet südlich der Drau in Kärnten, rund 340 Kilometer von Wien entfernt. Eines vorweg: Mit Elektroautos bin ich diese Strecke schon Dutzende Male in den vergangenen Jahren gefahren, aber eben immer mit großer Batterie, also knapp 80 kWh. Ein kurzer Ladestopp irgendwo auf der Strecke, das reicht selbst im kältesten Winter.
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Der erste Stopp ist nicht weit
Aber jetzt? 27,5 kWh im Akku, das ist nicht viel. Und daher zeigt der zu 100 Prozent mit Strom befüllte Twingo schon beim Wegfahren in Wien, wo er den nächsten Ladestopp einzuhalten gedenkt, nämlich in St. Johann in der Haide. Aha, spannend, wieder was gelernt, kurz vor Hartberg ist das. Mit 33 Prozent kommt man an, mehr als 35 oder 36 kW fließen leider nicht durch das Kabel, und 27 Minuten später sind 82 Prozent erreicht (bis zur Vollladung würden noch weitere 24 Minuten vergehen).
Derpackt er die Pack?
Weiter geht’s, übrigens bei rund +12 Grad, aber nur 55 Minuten lang: Das Diesel-Kino in der Nähe von Lieboch wird als nächste Ladestation vorgeschlagen: Wieder ist der Ladestand bei etwa einem Drittel, doch vorsichtshalber bleibt man stehen. Bis dahin hat sich das Auto rund 14 kWh auf 100 Kilometer gegönnt, da würde man die A2 über die Pack nicht derpacken.
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Pause mit Speck und Käse
13,8 kWh später ist man von 32 auf 83 Prozent, und die Kelag-Ladestation in Griffen wird als nächstes Ziel avisiert: Sehr gut, da war ich auch früher schon, denn beim Mochoritsch nebenan kann man gut essen und sich mit Kärntner Würsteln, Speck, Käse, Joghurt oder Bier (natürlich nicht während der Fahrt!) versorgen. Absolute Empfehlung
Die Sonne geht unter, seit Wien sind ziemlich genau 4 Stunden vergangen. 20 Minuten Ladedauer, 11,5 kWh an geladener Energie. Kein Bestwert, aber bis zum Geburtstagsfest in Ferlach reicht’s: Am Ende stehen 341,5 Kilometer, noch 50 Prozent Rest-Reichweite, 14,3 kWh Energie im Schnitt je 100 Kilometer (bei maximal 125 km/h auf der Autobahn). Knapp 5 ½ Stunden Fahrzeit inklusive aller Pausen.
Und jetzt das Ganze retour!
Am Sonntagabend geht‘s dann wieder zurück, wieder mit drei Ladestopps zu je etwa einer halben Stunde. Das allerdings schon bei kälteren Temperaturen, +2 bis +6 Grad und 15,3 kWh Verbrauch im 100-Kilometer-Schnitt.
Fazit: Der Twingo ist das perfekte Auto für die Stadt und das Umland, allein schon wegen seines Preises (ab 19.990 Euro). Doch vor etwaigen Fahrten in die weite Provinz muss sich niemand fürchten. Man muss nur ein bisserl mehr Zeit mitbringen, im Gegenzug lernt man die Gegend kennen: Fünf der sechs Ladestationen waren neu für mich…
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